Vor drei Monaten habe ich den Stein vor die Höhle gerollt und das heimische Universum nur verlassen, wenn es denn sein musste. Mit der Zeit fand ich dieses Leben in der Klausur gar nicht so übel. Liebe Leute haben sich um die weltlichen Wünsche gekümmert, tausend Dank dafür! Seltsam, die Wohnung schien immer weiter zu werden, alles musste darin Platz finden. Alte Schwerpunkte wurden leichter, das Leben drehte sich monothematisch um den Virus und darum, sich nicht anzustecken. Manches «Mödeli» erwies sich als überflüssig, der Alltag beschränkte sich auf das Wichtigste.

Jetzt scheint das gröbste überstanden zu sein. Jedenfalls schieben sich laufend neue Themen vor Corona. Gut so, andere Sorgen wollen auch Platz haben. Der Luxus der Nebensächlichkeiten schleicht sich in die Agenda. Die Krisenzeit wird zur verblassenden Erinnerung. Wie damals beim grossen Hochwasser im Quartier: Als es schlimm war, stand man zusammen, als es vorbei war, ging wieder jeder seinen eigenen Weg. Und so strecke ich nun den Kopf aus der Höhle und schaue mal, was da draussen so los ist.